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ihm zu sagen, er sollte es bei unserem Depot ablegen.
Juho, der schon früher aufgebrochen war, hatte das Zelt (wegen dem starken
Wind) mit Hilfe eines Bergkameraden schon fast aufgestellt. Nachdem ich eine
Nudelsuppe gegessen hatte, wurde noch stundenlang Schnee geschmolzen.
Die Nacht zum 13.07.2009 hatte ich kaum
geschlafen. Juho und ich frühstückten „Fertigmüsli“.
Heißes Wasser, fünf Minuten warten, fertig. Es dauerte keine zehn
Minuten und ich hockte mit Durchfall im Schnee. Meine ersten Gedanken waren,
bitte kein Durchfall. Nach der Höhenkrankheit ist Durchfall der
größte Feind am Berg! Ich nahm zwei Imodium und hoffte auf deren
Hilfe. Nachdem wir nochmals alles durchsortiert hatten, fuhren wir zu unserem
Depot ab, tauschten einiges aus und stiegen erneut ins Camp1 auf.
Ein
leichter Schneesturm zog in der Nacht auf den 14.07.2009 über uns hinweg. Ich
konnte wieder nicht gut schlafen. Das kostet Energie. Da wir am Vortag schon
Schnee geschmolzen hatten, ersparten wir uns heute eine Menge Zeit. Heute legten
wir ein weiteres Depot auf 5800 m an. Der Aufstieg verlief bis auf die
Müdigkeit sehr gut. Die Abfahrt mit den Schiern bei herrlichstem Wetter
und einem super Schnee ins Camp 1 war der volle Genuss. Nach einer kurzen Rast
ging es weiter zu unserem Depot auf 5000 m. Wir wechselten auf die Bergschuhe
und stiegen ins Basislager ab. Da ich sehr müde war, musste ich ordentlich
aufpassen um auf dem Geröll nicht auszurutschen. Im Basislager angekommen
wollte ich nur mehr was zu Essen und schlafen.
15.07.2009 Auch diese Nacht war wieder eine Katastrophe was den
Schlaf betraf. Wie sollte ich da jemals ordentlich regenerieren dachte ich mir.
Müsliriegel, Thermoskanne und Harscheisen wurden noch eingepackt. Kaum war
das Mittagessen vorbei, stellte sich wieder so ein komisches Gefühl im
Bauch ein. Ich telefonierte mit einem Meteorologen in Österreich um das
Wetter für die nächste Tage zu erfragen. Bis Sonntag den 19.07.2009
sollte es immer stärker werdenden Wind geben. Danach werde es ruhiger.
16.07.2009 Mittlerweile war es schon Gewohnheit schlecht zu
schlafen. Das ging mir so was von auf die Nerven! Auch im Basislager hatten wir
sehr starken Wind. Und mein Rucksack war wieder sehr schwer. Wir wollten heute
nach dem Mittagessen erneut ins Camp 1 aufsteigen. Der Wind blies sehr stark
und machte es dadurch um ein vielfaches anstrengender. Es machten sich die
schlaflosen Nächte bereits bemerkbar und ich beschloss im Depot auf 5000 m
erneut meine Sachen zu lagern. Juho war echt sauer. Er wollte wissen, was ich
mir davon versprechen würde, nochmals im Basislager einen Ruhetag zu
verbringen. Er schnallte die Schier an und stapfte davon.
Am
Abend im Basislager traf ich Andrea, eine Teilnehmerin einer anderen Gruppe.
Sie hatte zwei Stirnlampen dabei und lieh mir eine davon. Ich sollte sie ihr
zurück schicken, wenn ich wieder zu Hause wäre. Ein Engel!
Am
Morgen des 17.07.2009
war ich ziemlich ausgeschlafen aufgewacht. Das es so was noch gibt? Eine Nacht,
in der ich wirklich gut geschlafen hatte! Das stimmte mich sehr zuversichtlich
für den erneuten Aufstieg ins Camp 1. Oben angekommen erzählte mir
Juho, dass das Zelt nur mehr an zwei Seilen gehangen hatte. Es war gut, dass
zumindest er gestern noch zum Zelt gegangen war. Da Volker auch im Camp 1 war,
aßen wir gemeinsam zu Abend. Volker sah echt schlimm aus, um den ganzen
Mund Herpes. Er sagte er habe sich zu spät eingecremt, obwohl er wusste,
wie anfällig er war. Das mussten Schmerzen sein!
Mittlerweile
stand fest, dass die ganze Truppe zerrissen war. Volker und Daniel, Tom, Ronny,
Gerhard und Achim, sowie Juho und ich bildeten jeweils ein Team. Wobei ich
immer meinen Weg gegangen bin. Mir
war es wichtig, so wie im letzten Jahr, auf meinen Körper und auf meine
Strategie zu achten. Am nächsten Tag wollten wir ins Camp 2 auf 6200 m.
18.07.2009 Nach dem
Frühstück entschieden wir noch was wir mitnehmen wollten. Es war 11 Uhr, als wir losmarschierten. Der
Schnee war bereits ein wenig aufgegangen und somit brauchten wir die
Harscheisen für unsere Tourenschi nicht. Bei unserem zweiten Depot machten
wir eine Pause. Die Gletscherspalte die kurz oberhalb war, hatten wir umgangen.
Danach kam ein steiler Anstieg, für den wir ungefähr eine Stunde
brauchten. Das anschließende flachere Stück nutze ich für eine
weitere kleine Pause. Nach zwei Müsliriegeln marschierte ich weiter. Als
ich im Camp 2 angekommen war, hatte Juho schon einen Platz für das Zelt
gefunden. Wir beeilten uns mit dem Aufbau, da es schon sehr kühl und
spät geworden war. Nach unserer Abfahrt ins Camp 1 hatten wir nur mehr das
Verlangen nach essen und schlafen. Ein weiterer sehr anstrengender Tag war zu
Ende.
Ein
Ruhetag war am 19.07.2009
angesagt. Essen, trinken und faulenzen. Mehr nicht.
20.07.2009 Der Aufstieg ins Camp 2 verlief bis auf einen
Ausrutscher im steilen Stück problemlos. Es war heiß und die Sonne
kannte kein Erbarmen. Heute trug ich das erste Mal das EKG. Juho hatte
mittlerweile seinen Plan verworfen, ab Camp 2 zum Gipfel aufzusteigen. Meine
schweren Rucksäcke kosteten ganz schön viel Energie! Heute wurde es
Gewissheit. Ich hatte mir fünf Finger gefroren. Ich war wohl doch die Tage
davor zu nachlässig gewesen. Hätte ich nur früher die dicken
Fäustlinge angezogen!
Am
21.07.2009
stiegen wir ins Camp 3 auf. Nach fünfeinhalb Stunden, mit Pausen, war ich
oben. Der Wind blies sehr stark und erleichterte das Aufstellen des Zeltes
nicht gerade. Die Thermoskannen für den nächsten Tag, den Gipfeltag,
wurden noch vorbereitet. Mein Gefühl war nicht das Beste. Ich hatte etwas
zu wenig gegessen und getrunken. Ich kenne meinen Körper sehr genau! Und
das leidige Thema Schlaf war sowieso mit dabei!
22.07.2009 Um 9 Uhr
startete ich den Aufstieg zum Gipfel. In der Nacht hatte es circa 20-25 cm
geschneit. Juho war schon eine halbe Stunde vor mir aufgebrochen. Ich
fühlte mich nicht besonders gut. Am schlimmsten war die Müdigkeit.
Ich ging langsam und trotzdem schaffte ich 200 Höhenmeter in der Stunde.
Hatte mich mein
Gefühl doch getäuscht? Die erste Pause war
fällig. Power Gel und Müsliriegel. Dann ging es weiter.
Punkt
12 Uhr begann auf 7300m ein
Schneesturm mit Gewitter und Nebel. Ich sah nichts mehr. Es war eine enorme
elektrische Spannung in der Luft. Mit einem Schi und einem Schistock hatte ich
begonnen mir eine Schneehöhle zu graben. Im Biwaksack liegend hatte ich nun
nichts anderes zu tun als abzuwarten und die Zeit zu überbrücken.
Um
14 Uhr, nachdem sich das
Wetter wieder gebessert hatte, beschloss ich den Gipfelsturm abzubrechen und
ins Camp 3 abzufahren. Die lange Pause hatte mich ausgekühlt und
ermüdet. Außerdem wusste ich nicht, wie lange das
Schönwetterfenster dauern würde. Im Pulverschnee konnte ich nun eine
tolle Abfahrt bis ins Camp genießen. Dort angekommen, wollte ich nur mehr
schlafen.
Juho
kam um 15 Uhr. Er sagte, er
hatte es auf den Gipfel geschafft. Die Fotos waren der Beweis. Vielleicht war
sein GPS bei diesem Wetter der nötige Vorteil!? Leider konnte ich von
meiner Schneehöhle keine Fotos machen, da ich meine Kamera, eine Casio
Exilim 55, Juho geliehen hatte. Seine Canon war schon vor zwei Tagen eingegangen.
Er kochte noch vier Thermoskannen Wasser für mich, bevor er mit seinem
Kocher ins Camp 2 aufbrach. Mein Ziel war es, noch einen Ruhetag auf Camp 3 auf
6800 m, zu verbringen. Es war eine verrückte Idee, da man normalerweise
nie länger auf einer solchen Höhe bleiben sollte.
Ich versuchte einfach
jeden Strohhalm zu greifen, um auf den Gipfel zu kommen!!!
Auch
meine Nachbarn, drei Kanadier, mussten den Gipfelsturm abbrechen. Mein einziger
Wunsch war jetzt schlafen, schlafen, schlafen!
In der Nacht auf den 23.07.2009 hatte es erneut
geschneit. Die fünf Schweizer neben mir waren schon sehr zeitig
aufgebrochen. Auch sie hatten Probleme mit dem Wetter, sehr starker Nebel. Auf
7200 m war für sie Schluss. Sie waren die letzten aus einer Gruppe von 13
Personen. Keiner von den 13 konnte es auf den Gipfel schaffen!
Mein Wasservorrat war
aufgebraucht und ich lieh mir einen Kocher von den Schweizern. Ich musste mich
noch mit Flüssigkeit eindecken, um morgen den Gipfel in Angriff nehmen zu
können. Bis jetzt konnte ich mich kaum regenerieren. „Rückt der
Gipfel in weite Ferne?“ Um 14
Uhr begann es erneut zu schneien. Wie viel Schnee würde wohl
kommen? Ich hatte Zeit, um meinen
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