ELBRUS 2008

Am 01.08.2008 hatten wir die erste Eingehtour auf den Cheget Karabashi. Von 2050m bis auf 3404m. Ein schöner Tag ohne grössere Probleme. Das glaubten wir auch am Anfang. Es stellte sich heraus, das unser Guide gerne vorneweg war und sich nicht um die schwächeren in der Gruppe kümmerte. Und im laufe der Tage sollte es noch schlimmer kommen!

Der 02.08.2008 führte uns über eine Pisten-und LKW Trasse vorerst auf ca. 3650m. Es nieselte in der Früh und wir dachten eventuell schon an Schneefall auf unserer heutigen Zielhöhe. Es wurde jedoch langsam schöner und wärmer. Auf 3650m angekommen, der Guide natürlich immer vorne, begannen die ersten Gespräche, ob nicht die, die noch Lust haben auf die Priut-Hütte, ca. 4100m gehen könnten. Begeistert war der Guide gerade nicht, doch was blieb Ihm anderes über. Der Weg über den Gletscher bis zur Priut dauerte ca. 1,5 Stunden. Der Elbrus zeigte sich noch nicht!

Am 03.08.2008 packten wir unsere Sachen, um aus dem Tal auf unser Camp, ca. auf 3965m zu übersiedeln. Alleine schon der ganze Tumult in der Früh, um ja zeitgerecht bei der Seilbahn zu sein, hätte nicht sein müssen. Fast eine Stunde später, ging es dann mit der Geisterbahn-das Ding hatte teilweise keine Fenster mehr, es waren auch kleine Lücken im Boden auf ca.3470m hinauf. Dort warteten wir wiederum eine Stunde, bis der nächste Lift den Betrieb aufgenommen hat. Wir waren froh, daß es so schön Wetter war. Und wir sahen die Elbrus-Gipfel zum Erstenmal! Einfach schön! Angestrahlt von der Sonne leuchteten sie nur so. Endlich in unserem Container angekommen, fehlte von Berndt der Rucksack mit Kamera, Tickets usw. Das macht Spass! Schlafen können wir zu viert auf ca. 3x2,5m. Das wird eng!! Um 15 Uhr brechen wir noch auf, um uns ein wenig an die Höhe von 4300m zu gewöhnen.

04.08.2008. Heute gehen wir auf die Pastukhova Felsen. Mit etwa 4600m der höchste Punkt für heute. Am Nachmittag pack ich meinen Rucksack, denn in der Nacht geht es los auf den Gipfel. Ich bin nervös. Ich merke, daß meine Nase nicht ganz frei ist. Dank Markus und Luis, die mir Ihre Nasenspray's leihen, geht es mir bald besser. Vor dem zu Bett gehen, lege ich mir noch das 24Stunden EKG an, um tolle Aufzeichnungen zu bekommen. Doch jetzt sind auch noch die Batterien leer. Ich hätte sie besser nicht zum Fluggepäck gegeben. Markus hat noch welche und rettet mich schon wieder.

Um 0 Uhr 30 am 05.08.2008, heißt es aufstehen. Wir frühstücken in Ruhe und machen uns fertig zum Abmarsch. Dann die schlechte Nachricht. Schneesturm! Wir verschieben den Start um eine Stunde. Unser Guide verschwindet sofort in seiner Koje. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei und die Sterne leuchten wieder am Himmel. Nichts wie raus! Los geht es um 2 Uhr 15. Nach einer Stunde gehen wollte unser Guide mal schauen, wie denn so aussieht. Nach 1 Stunde 45 macht er die erste Pause. Ich habe bis dahin schon dreimal getrunken. Die anderen noch nie. Ich war froh, über meine Entscheidung, ganz am Schluß zu gehen. So konnte ich trinken und pinkeln wann immer ich wollte!! Hinter mir waren noch die beiden Guides als Reserve. Dann kam der Schnee und der starke Wind zurück. Manche hatten da schon Probleme und froren. Der Wind wurde stärker und es graupelte auch manchmal, was im Gesicht nicht so angenehm war. Auch die Menge an Neuschnee wurde mehr. Der Guide ging mit seinem Tempo vorne und die anderen sollten schauen wo sie bleiben. Es bildeten sich zwei Gruppen, wobei ich in der Ersten war. Nach dem steilsten Stück, ging es dann sanft bis zum Sattel auf ca. 5400m. Dort hab ich noch meine restlichen Sachen angezogen. Goretex-Hose und Primaloft-Jacke. Es war warm wie in einem Wohnzimmer! Und meine Zehen freuten sich über die tollen Lowa's. Mit dem Guide waren wir fünf, die den letzten Anstieg zum Gipfel wagten. Die Sicht miserabel, der Wind immer stärker und noch eine saftige Steigung lagen vor uns. Bevor wir los gingen, kamen die ersten von der zweiten Gruppe. Manche hatten echte Probleme und konnten sich eher schwer zum Weitergehen überwinden. Nach ca. 1 Stunde 20 waren wir auf dem Gipfel. Die letzten 80-100m vor dem Gipfel begann unser Guide zu wanken und zu torkeln. Er war am Ende!! Mit meinem Namensvetter Christian zog ich an Ihm vorbei und musste nur grinsen. Er war völlig leer! Wie sollte der jemanden von uns runterbringen, wenn was wäre?

Um 9Uhr20, war ich auf dem Gipfel. Und ich hab Ihn sehr genossen. Auch meinen Tränen lies ich freien Lauf.

Ich bin wieder ganz oben!!! Das waren meine schönsten Gedanken in diesem Moment.

Auf dem Rückweg kamen uns auch noch die anderen entgegen. Ich umarmte Markus und Luis und bedankte mich mit Tränen in den Augen für Ihre Hilfe mit dem Nasenspray. Sie hatten einen großen Anteil bei meinem Gipfelsieg. Wir munterten sie auf, obwohl einige schon entkräftet waren, bzw. etwas phantasierten. Um 13 Uhr war ich zurück in unserem Container. Anastasia unsere Köchin während der Zeit im Basislager, sie war eine wahre Perle, begrüsste mich mit einer Umarmung. In dieser Nacht schlief ich von der ganzen Reise am besten.

Der Aufbruch ins Tal über den Gletscher am 06.08.2008 um ca. 10 Uhr wurde von einem herrlichen Panorama und warmen Sonnenstrahlen begleitet. Ich dachte mir, wieso konnte es nicht gestern auch so sein. Noch eine letzte Fahrt mit der Geisterbahn, und wir waren wieder unten im Tal. Jeder genoß eine warme Dusche und den Rest des Tages haben wir individuell verbracht.

Am 07.08.2008, beginnen wir bei herrlichstem Wetter unsere letzt Wanderung ins Terskoltal. Eine tolle Landschaft und ein Wasserfall inmitten von unberührter Natur machen den Tag noch zu einem Erlebnis. Nach dem Essen brechen wir um ca. 16.30 mit dem Bus wieder auf, um zeitgerecht am Flughafen zu sein. Eigentlich möchte ich noch nicht nach Hause!

Nach der Landung in Wien, bin ich der einzige, dem das Gepäck fehlt. Eine Woche später wird es mir nach Hause gebracht. Der Rucksack ist ein Totalschaden und ein paar kleinere Sachen auch.

Mein Dank gilt allen Sponsoren, die mich so optimal unterstützt haben. Ich würde mich freuen, wenn ich sie für mein Projekt 2009 auch wieder zum Mitmachen begeistern könnte.

Ein besonderes Dankeschön gilt meinem Orthopäden Dr. Christian Klein in Mondsee und meinem Sportarzt Dr. Martin Spinka vom Lebensquell Bad Zell.

Resümee:

Meine Vorbereitung über 9 Monate hat sich zu mehr als 100% als richtig erwiesen. Ich war die ganze Zeit mit Pulsmesser unterwegs und daher immer im grünen Bereich. Meine Ausrüstung war absolut top. Der Guide war eine Kathastrophe. Das stellten alle fest. Meine nächsten Pläne reifen bereits für 2009.

 

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